Erziehungsstellen

Die familienintegrative Unterbringung in Erziehungsstellen hat das Ziel, traumatisierten, in ihrer Entwicklung beeinträchtigte Kinder/ Jugendliche die Möglichkeit zu bieten, innerhalb eines kleinen, überschaubaren sowie verlässlichen Bezugssystems in Regression zu gehen, um Mangelerfahrungen und Beziehungsabbrüche über dieses Erleben auszugleichen. Verhaltensveränderungen sind möglich, wenn sich ein Kind mit neuen Bezugspersonen identifizieren kann. Diese Identifikation bewirkt dann die Übernahme des Normen- und Wertesystems des neuen Lebensraumes und verhilft so zur weiteren Reifung und Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes. Hierin liegt die soziale Neuorientierung begründet, die anders als eine nur vordergründige, momentane, Zweck erfüllende Verhaltensanpassung, eine dauerhafte internalisierte neue Lebensleitlinie zum Ergebnis hat.

Die Erziehungsstelleneltern holen das Kind/ den Jugendlichen da ab, wo es/ er steht. Familienintegrative Betreuung in Erziehungsstellen heißt die Kinder und Jugendlichen in ihrem sozialen Umfeld zu erziehen. Letzteres wird genutzt, dass die Kinder und Jugendlichen einen neuen „Weg ins Leben“ finden und gehen können.

Ziele: 

  • Unterstützung und Förderung der Entwicklung, der Selbstakzeptanz, die Herausfindung einer positiven Selbstdefinition und damit die Veränderung des Selbstbildes und der eigenen Identität von Kindern und Jugendlichen sowie die Vorbereitung auf ein eigenständiges Leben
  • Begleitung und Beratung der Pflegefamilie durch Fachberatung des Trägers

Beratungssetting:

  • Fachberatung und Begleitung für die Pflegefamilie, um Unterbringung des Kindes gut umzusetzen.
  • Erziehungsplanung, Elternkontakte, Hilfeplanung, Kriseninterventionsplanung gemeinsam mit der Pflegefamilie besprechen, fachlich unterstützen
  • Fachberatung der Pflegefamilien 1x monatlich
  • Austausch mit anderen Pflegefamilien 1x monatlich
  • Rufbereitschaft
  • regelmäßige Kontakte (mindestens 1x vierteljährlich) zum Pflegekind durch Fachberatung

Zielgruppe:

Pflegefamilien, in denen Kinder und Jugendliche mit häufigem Milieu- und Bezugspersonenwechsel, mit traumatischen Erfahrungen, mit frühkindlichen Deprivationserlebnissen, die zu schwerwiegenden Persönlichkeitsstörungen führen können, leben.

Rechtsgrundlage:

§ 33 SGB VIII