Integrative Familien (IgF)

Das Konzept

Mit dem Konzept der Integrativen Familien beschreiten wir neue Wege in der sächsischen Jugendhilfelandschaft – anschaulicher beschreibt der Begriff „Daheimerziehung“, was sich hinter der Integrativen Familie verbirgt.

Damit gelingt die Verbindung von Betreuung und Förderung durch (Heim-) Erzieher/-innen und Sozialpädagogen/ Sozialpädagoginnen. Diese sind angestellte Mitarbeitende der Louisenstift gGmbH, aber ihr Arbeitsort ist ihr eigenes Zuhause. In dieses nehmen sie die Kinder und Jugendlichen auf, für die dieses kleine, überschaubare Setting als eine Form der Hilfen zur Erziehung notwendig und geeignet ist. Dabei werden die Kinder und Jugendlichen in die soziale Infrastruktur der Gemeinde sowie in den Alltag der Familie integriert.

Das bedeutet eine hohe Flexibilität, Empathie, Bereitschaft zur Weiterentwicklung, Belastbarkeit und Durchhaltevermögen, aber ebenso Humor, eine gewisse Offenheit und verantwortliches und eigenständiges Handeln mitzubringen und umzusetzen. Gerade Letzteres ist unabdingbar, da man als Erziehende/-r in der aktuellen Situation allein entscheiden und durchsetzen muss.

Da die Kinder und Jugendlichen unterschiedliche Bedürfnisse, Ressourcen und ihre eigenen Biographie mitbringen, ist es für uns als Einrichtung von Vorteil, wenn wir verschiedene Lebens- und Familienformen anbieten können. Das bedeutet, dass auch Einzelpersonen nach diesem Konzept arbeiten können, soweit sie geeignet sind.

Unterstützende Hilfen für Mitarbeitende:

  • monatliche Fachberatung
  • monatliche externe Supervision
  • monatliche kollegiale Beratung in Form von Regionalgruppen, regelmäßige, interne und externe Fortbildungen
  • Rufbereitschaft
  • Einbindung in das bereichsspezifische Qualitätsmanagement: Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung der Einrichtung
  • Die Mitarbeitenden sind über Dienstverträge oder Verträge für freie Mitarbeitende und zusätzliche Leistungen für die Versorgung der Kinder und Jugendlichen wirtschaftlich/sozial abgesichert.

Ziel

Die Kinder und Jugendlichen lassen sich auf ihren neuen Lebensraum ein und integrieren sich in die jeweilige Familie. Sie gleichen Entwicklungsrückstände aus und setzen sich mit ihrem Leben und ihrer Herkunftsfamilie auseinander.

Der Kontakt zur Herkunftsfamilie bleibt (je nach Situation) erhalten und die Kinder werden gegebenenfalls auf eine Rückführung vorbereitet.

Zielgruppe:

Kleinkinder, Kinder und Jugendliche mit belastenden Biographien, die eine vorübergehende oder dauerhafte Betreuung außerhalb ihrer Herkunftsfamilie benötigen.

Rechtsgrundlagen:

§ 27 i.V. mit § 34 SGB VIII, bei Fortführung § 41 i.V. mit § 34 SGB VIII