Intensivpädagogische Wohngruppe Kastanienhof

Unser ganzheitliches Konzept zur Entwicklungsförderung von Kindern und Jugendlichen geht von dem engen Wechselspiel zwischen geistigen, seelischen und körperlichen Prozessen aus, die sich besonders bei Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten als wirksam erwiesen haben.

Eine klare Tagesstruktur, in der sich Beschäftigung und Freizeit, Anforderung und Erholung regelmäßig abwechseln wie auch ein transparentes, erfolgsorientiertes Bewertungssystem sind wesentliche Grundlage unserer Arbeit. Eine leistungsentsprechende Bewertung und Durchsetzung der Konsequenzen, natürlich immer gepaart mit Hilfeangeboten, vermittelt den Jungen eine Beständigkeit, die sie durch Leistung und Verhalten direkt beeinflussen können.

Durch die Verzahnung von pädagogischem Alltag und begleitender Therapie werden sie Schritt für Schritt befähigt, einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Da die Jungen in ihrer Vergangenheit nicht gelernt haben, gesetzte Grenzen zu akzeptieren und abweichende Verhaltensweisen zum Handlungsrepertoire geworden sind, mangelt es ihnen zu Beginn unseres Hilfeangebotes an der Fähigkeit sich selbst vor erneuten Grenzüberschreitungen zu schützen. Daher werden sie bei uns in einer hochstrukturierten Umgebung empfangen und die Hilfe ist durch einen Stufenplan gerahmt. Bis sich die Jugendlichen gänzlich unbegleitet in der Einrichtung, ihrem Umfeld und der Öffentlichkeit bewegen können, werden sie durch uns angeleitet und  begleitet. Kontinuierlich erarbeiten sie sich das Handwerkszeug, um ihre Frei- und Erprobungsräume ausbauen zu können.

Zielgruppe

Jungen im Alter ab 12 Jahren mit multidimensionalen Problemlagen, die sich u.a. zeigen durch:

.. grenzverletzendes Verhalten

.. mangelnde Sozialkompetenz und/oder Empathiefähigkeit

.. eingeschränkte Beziehungsfähigkeit und/oder Impulskontrolle

.. Probleme in der Alltagsbewältigung

 

Kapazität

.. 7 Plätze (+ 2 Plätze Verselbstständigung)

.. Hilfezeitraum ca. 2,5 Jahre

Rechtsgrundlage

Hilfen zur Erziehung nach §27 in Verbindung mit den §§34, 35a, 41 des SGB VIII (KJHG )

Wir sagen Ja zur Person und Nein zu grenzverletzendem Verhalten.

Die Jugendwohngruppe „Kastanienhof“ wurde 2012 zur intensivpädagogischen Wohngruppe für grenzverletzende Jungen umstrukturiert.

Alle Kolleginnen und Kollegen im Team vereint ein Ideal, das gemeinsam getragen wird: Wir sagen „Ja“ zur Person und „Nein“ zu grenzverletzendem Verhalten.

Um den Jungen eine (Weiter-) Entwicklung zu ermöglichen, arbeiten wir in einem multi-professionellen Team, bestehend aus Sozialpädagogen/-innen, Erzieher/-innen mit Zusatzqualifikation, Psychologen und Schutzassistenten (Schule) zusammen.

Unsere Pädagogik

Die Therapie

Die Therapie erfolgt anfangs im Einzelsetting (Anamnese, Diagnose, Offenbarung) und wird als Gruppentherapie fortgesetzt. Themen sind vor allem Deliktarbeit und Erlernen neuer Handlungsstrategien.

kastanienhof01

Unsere Arbeit ist gekennzeichnet durch die Verzahnung von Pädagogik und Therapie.

Die Hilfe ist gerahmt von einem Stufenplan, den die Jungen durchlaufen. Dabei geht es um:

  • Grenzsetzung und Strukturen,
  • Schutz und Begleitung
  • Lernen über Beständigkeit und Motivation

Weitere Schlagworte, die den pädagogischen Alltag beschreiben sind:

  • Kommunikation und Reflexion
  • Biografie- und Ressourcenarbeit,
  • Bezugserziehersystem,
  • Elternarbeit

Ausschlusskriterien

Kastanienhof_Junge

  • Akute Eigen- und Fremdgefährdung
  • Drogen- und Alkoholabhängigkeit
  • geistige Behinderung
  • Leugnen von grenzverletzendem Verhalten
  • Indikator U-Haftvermeidung