„Siehe, ich mache alles neu“ 2026 – Zwischen Umbruch und Zuversicht

Gedanken unseres Mitarbeiters Roberto Kemter, der sich im Januar diesen Jahres in seinen wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hat.

 

Nun ist es also schon wieder so weit.
Ein Jahr ist vergangen, ein neues beginnt.
Wir schauen zurück, auf gelungenes und misslungenes, auf günstige Gelegenheiten und verpasste Chancen. Wir bedauern vielleicht das manches zu Ende ist, vielleicht sind wir auch froh, ein Kapitel zu schließen und uns auf etwas neues zu konzentrieren.
Im Bereich der christlichen Kirchen gibt es den guten Brauch der Jahreslosung. Ein Bibelvers, der als Überschrift über einem Jahr steht. Einlädt ihn immer wieder zu durchdenken. Einlädt sich auf ein Motto einzulassen und dieses neue Jahr unter dieser Überschrift zu beginnen, zu durchleben und dann zu beenden.
Die Jahreslosung für 2026 steht in letztes Buch der Bibel, in der Offenbarung des Johannes. Da heißt es im vorletzten Kapitel:

„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“

Wenn ich dieses Wort so langsam in mich aufnehme, löst es ganz unterschiedliche Gefühle aus.
Siehe ich mache alles neu. – Wie viele gab es nicht schon, die mit diesem Motto angetreten sind. Alles wollten sie anders und besser machen. Etwas ganz Neues ins Leben rufen. Meist braucht es nicht lange, bis man merkt, dass das vermeintlich neue nur eine Verkleidung des alten war.
Siehe ich mache alles neu. – Wer will das eigentlich? Es ist doch ein unerhörter Stress, wenn sich immer alles verändert. Wir lieben es, die Dinge und Abläufe zu kennen, das gibt uns Sicherheit. Warum sollte ich etwas ändern, mit dem ich doch gut zurechtgekommen bin.
Siehe ich mache alles neu. – Das klingt nach einer fantastischen Möglichkeit. Wenn etwas kaputt geht – Dinge, Beziehungen, Träume und Pläne Zerbrechen wäre es doch schön, ich könnte es wieder neu machen. Aber es geht nicht. Wir können es allenfalls reparieren, aber es wird nie wie vorher sein. Wie schön wäre es, wenn einer käme und es könnte neu werden.
Diese Jahreslosung, am Ende der Bibel, am Ende der Zeiten ist für mich eine große Hoffnung. Als Christ bin ich davon überzeugt, dass am Ende der Zeit, auch meiner Zeit Gott steht. Der, von dem ich glaube das er alles gemacht hat. Diese Erde, die wir Menschen so unfassbar zu Grunde richten, unser Leben, das alle Möglichkeiten in sich birgt und dass wir oft gegen die Wand fahren. Über all dem steht für mich die Verheißung, dass es neu werden wird. Und wenn Gott etwas neu macht, flickt er es nicht einfach. Nein, er verändert es von Grund auf, zum Besten.

Siehe ich mache alles neu. – Diese Worte stehen aus meiner Sicht über einem Jahr, das viel Veränderungen bringen wird. Für mich persönlich, da ich ab Januar Rentner sein werde. Für das Louisenstift, da Umstrukturierungen ins Haus stehen und Mitte des Jahres weitere langjährige Mitarbeiterinnen in den Ruhestand gehen. Auch bei unserem Träger, dem Elisabethverein Marburg wird mit zwei neuen Vorständinnen ab April ein frischer Wind Veränderungen bringen.
In all diesen Prozessen bin ich aber voller Zuversicht, weil ich mich von dem getragen weiß, der die Kraft hat, alles neu zu machen.

Mit den besten Wünschen für den Jahreswechsel und ein neues, herausforderndes Jahr 2026 grüße ich Sie/ Euch

Diakon Roberto Kemter